XB-Lab – Kultur in Kreuzberg

Das Projekt möchte mithilfe des niedrigschwelligen, nonverbalen Mediums Fotografie die Bedarfe der Bewohner*innen des Stadtteils ermitteln und ihnen einen Raum eröffnen, um sich nachhaltig an soziokulturellen Prozessen und der Gestaltung ihres unmittelbaren Umfeldes zu beteiligen. Vielfältige Veranstaltungen rund um Foto und Film im „f3 – freiraum für fotografie“ und im Kiez sollen breite Zielgruppen für eine aktive Teilhabe an Kunst und Kultur begeistern. Geplant sind u.a.: Photoslams, Pop-Up-Screenings, Ausstellungen mit Führungen und Workshops.

 

Situation vor Ort

 

Das Quartier rund um das Kottbusser Tor ist hinsichtlich seiner Baustruktur sowie des Wohnumfelds ein heterogenes Gebiet. Es mischen sich große Gebäudekomplexe mit Straßenzügen sanierter Altbauten, in denen sich die soziale, ökonomische und infrastrukturelle Ausgangslage teilweise erheblich unterscheidet. Das Kottbusser Tor ist ein Verkehrsknotenpunkt mit starker Lärm- und Emissionsbelastung, der darüber hinaus als Treffpunkt der Drogen- und Alkoholszene dient. Der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund liegt bei knapp 70 Prozent. Viele Bewohner*innen des Quartiers haben mit Arbeitslosigkeit, einem niedrigen Bildungsstand sowie ökonomischen Schwierigkeiten zu kämpfen. Viele Migranten*innen der zweiten oder dritten Generation bewegen sich im Spagat zwischen verschiedenen Wertesystemen des Lebensmittelpunktes Berlin sowie des Herkunftslands der Eltern bzw. Großeltern. Es mangelt teilweise an Dialog, Verständnis und einem gleichberechtigten Miteinander.

 

Die Idee

 

Mit dem Projekt „XB-Lab“ sollen die Kreuzberger*innen zu Kultur-Kompliz*innen werden. Im „XB-Lab“ der Gesellschaft für Humanistische Fotografie (GfHF) sollen die Bewohner*innen des Stadtteils mithilfe des niedrigschwelligen und nonverbalen Mediums Fotografie zur selbstbestimmten Mitgestaltung und nachhaltigen Teilhabe an ihrem kulturellen Umfeld ermächtigt und befähigt werden.

Gemeinsam mit den Bewohner*innen sollen Formate entstehen, die die Menschen selbst gestalten oder an denen sie teilnehmen möchten. Die Bedarfe der Bewohner*innen im Quartier sollen im Dialog ermittelt, mittels Fotografie und Film sichtbar gemacht und analysiert werden:

  • Die Bewohner*innen werden in mobile Foto-Studios an zentralen Orten des Kiezes eingeladen, porträtiert und können anhand kurzer Interviewfragen äußern, was sie von Kunst und Kultur in ihrem Umfeld erwarten. Durch die Interviews und Porträts werden die Ideen und Wünsche der Menschen im Quartier deutlich und bekommen ein Gesicht. Die Ergebnisse sollen im Viertel sichtbar gemacht werden, um u. a. den Dialog zu befördern.
  • Reporter*innenteams aus dem Kiez, insbesondere interessierte Jugendliche, befragen unterstützt von professionellen Foto- und Videokünstler*innen die Bewohner*innen zu ihren Vorstellungen des Zusammenlebens im Kiez. Die Kurzfilme werden im Anschluss auf einem YouTube Channel veröffentlicht und an stark frequentierten Orten im Viertel präsentiert.

 

Aktivitäten und Veranstaltungen

 

Mit einer Reihe an Maßnahmen und Veranstaltungen sollen die unterschiedlichen Bewohner*innen im Quartier, insbesondere Jugendliche, Senior*innen, Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, angesprochen werden. Bisher geplant sind folgende Aktionen, die gemeinsam mit den Bewohner*innen ausgestaltet oder verändert werden können:

  • Ausstellungsführungen: Insbesondere Senior*innen, aber auch andere Interessierte, können Führungen durch Fotografie-Ausstellungen des f3 – freiraum für fotografie anbieten. Vor der Führung können sich Interessierte durch Medienpädagog*innen und Kunsthistoriker*innen als Guides zum Thema der jeweiligen Ausstellung ausbilden lassen und anschließend ihre Ausstellungsführungen durchführen.
  • Sommerworkshops „Mein Kiez, mein Leben…“: Gemeinsam mit den Bewohner*innen entstehen Workshops zu Themen, die im Viertel fehlen. Das können Photoshop-Workshops für Mädchen ebenso sein wie Workshops zu Fotografie-Techniken und praktischer Anwendung.
  • Ausstellungsreihe „Junges Forum“: Die diversen Lebensrealitäten von Migrant*innen in Berlin sollen durch Fotografie-Ausstellungen sichtbar werden. Zur jeweiligen Ausstellung finden Veranstaltungen statt, die den Dialog miteinander ermöglichen.
  • Photo-Slam: Kreuzberger*innen und Personen, deren Geschichten die Kreuzberger*innen interessieren, stellen ihr Lieblingsfoto an einem Abend im f3 vor. Die Bewohner*innen können Vorschläge machen, wen sie im Photo-Slam kennenlernen möchten.
  • Pop Up Screenings: Alle Aktionen sollen in regelmäßigen Abständen in Foto- und Filmvorführungen an stark frequentierten Orten im Viertel sichtbar gemacht werden. Damit möchten wir sicherstellen, dass die Bewohner*innen von den Möglichkeiten erfahren, im „XB-Lab“ aktiv mitzugestalten.

Kontakt

KATHARINA MOURATIDI

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Katharina Mouratidi ist künstlerische Leiterin von f3 – freiraum für fotografie (www.fhochdrei.org) und Geschäftsführerin der Gesellschaft für Humanistische Fotografie (GfHF). In dieser Position plant, kuratiert und realisiert sie die fotografischen Ausstellungen im Ausstellungsraum für internationale Autor*innenfotografie f3 – freiraum für fotografie sowie Projekte in Kooperation mit Kunst- und Kulturinstitutionen im In- und Ausland, darunter: „Noor by Noor – Preisgekrönte Reportagen unserer Zeit“, „Türkiyeli – Zeitgenössische Fotografie aus der Türkei“, „Where Love is Illegal“ von Robin Hammond (alle freiraum für fotografie), „Poppy – Trails of Afghan Heroin“ (C/O Berlin, 2016); „Power“ (FotoIstanbul, 2016); „Geliebtes Afghanistan – Fotografien von Anja Niedringhaus“ (mit Gisela Kayser, Willy-Brandt-Haus Berlin, 2015). Katharina Mouratidi lehrt an verschiedenen Einrichtungen, darunter die Ostkreuzschule für Fotografie in Berlin, und leitet regelmäßig Qualifizierungsworkshops zu Medienkompetenz für diverse Bildungsträger.

Gesellschaft für Humanistische Fotografie (GfHF) e.V.

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Adresse:

Legiendamm 16, 10179 Berlin
Telefon: 030 60407748

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