Transformation in der Neustadt

Kunst und Kultur Baustelle 8001 e.V. © Lothar Baur
Kunst und Kultur Baustelle 8001 e.V. © Lothar Baur

In dem jungen und multikulturellen Stadtteil Neustadt ging die kulturelle Vielfalt in den letzten Jahren verloren. Der Verein Kunst und Kultur Baustelle 8001 e.V. möchte in den Bereichen Kunst, Kultur, Medien und kulturelle Bildung den Stadtteil kulturell wieder stärken, um das Erleben von eigener Stadtteilkultur in den Alltag der Bewohner*innen einzubinden. Die Stärkung und Vernetzung von Angeboten, das Empowerment benachteiligter Bevölkerungsgruppen sowie die Verstetigung, der Ausbau und die Förderung der Stadtteilkultur und Teilhabestrukturen im Quartier werden angestrebt.

 

Situation vor Ort

Im Flensburger Stadtteil Neustadt lebt eine multikulturelle Bewohnerschaft in sehr unterschiedlichen Gesellschaftsschichten. Der Stadtteil zählt mit einem Wachstum von 17% zu den in den letzten 10 Jahren am stärksten gewachsenen Stadtteilen Flensburgs. Aktuell leben rund 4.700 Einwohner*innen in der Neustadt, einem im gesamtstädtischen Vergleich jungen Stadtteil. Insbesondere die Gruppe der 18 bis unter 30-jährigen liegt mit 34,1% deutlich über dem gesamtstädtischen Durchschnitt von 21%. Der Anteil der Menschen im Alter von 65 Jahren und älter liegt mit 7,6% dagegen deutlich unter dem gesamtstädtischen Durchschnitt von knapp 20%. Zudem gibt es einen überdurchschnittlich steigenden Anteil an Migrant*innen an der Gesamtbevölkerung. 38,9% der Bewohner*innen haben einen Migrationshintergrund in Neustadt, im gesamtstädtischen Durchschnitt sind es 25,6%. Der Stadtteil Neustadt ist Dienstleistungs- und Einkaufsmittelpunkt. Darüber hinaus gibt es wenige Angebote – insbesondere für sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen – des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens. In der Vergangenheit präsente Kulturangebote sind oft durch Sanierung verdrängt worden: Kultur-Aktivist*innen sind mehrheitlich in andere Stadtteile abgewandert. Die Neustadt hat hier an Vielfalt verloren.

 

Die Idee

Der Verein Kunst und Kultur Baustelle 8001 e.V. lebt Stadtteilarbeit in der „Sozialen Stadt“ in den Bereichen Kunst, Kultur, Medien und kulturelle Bildung als Teil der Zivilgesellschaft. Ziel des Projekts „Transformation in der Neustadt“ ist es, den Stadtteil kulturell wieder zu stärken, um das Erleben von eigener Stadtteilkultur in den Alltag der Bewohner*innen einzubinden. Die Stärkung und Vernetzung von Angeboten, das Empowerment benachteiligter Bevölkerungsgruppen sowie die Verstetigung, der Ausbau und die Förderung der Stadtteilkultur und Teilhabestrukturen im Quartier werden angestrebt.

Die geplanten Aktivitäten richten sich grundsätzlich an alle Alters- und Bevölkerungsgruppen der multikulturellen Stadtteilgesellschaft. Einige Teilprojekte sollen speziell einzelne Zielgruppen ansprechen, um diese z.B. zu ermuntern und zu befähigen, selbst aktiv zu werden. Ein Fokus ist die  Zusammenarbeit mit den beiden Perspektiv-Schulen im Stadtteil sowie mit Jugendlichen und Heranwachsenden, die die Schule verlassen haben. Als ein weiterer Schwerpunkt werden Erwerbslose sowie Obdachlose über Teilprojekte  mit einbezogen.

 

Aktivitäten und Veranstaltungen

Abhängig von den Bedarfen der Nachbarschaft sind unterschiedliche Angebote im Rahmen von UTOPOLIS denkbar. Dazu zählen beispielsweise:

  • Kultureller Treffpunkt für Erwerbslose
  • Interkulturelles Sonntagscafé im Sommer auf der zentralen Wiese vor dem Kulturverein
  • Medienprojekte (Audio, Website, Blog, Podcast) zu Themen wie Altersarmut, Jugendkultur, Teilhabe
  • Netzwerk-Treffen zu Stadtteil- und Kulturentwicklung
  • Kindertheater
  • Verschiedene Veranstaltungen mit Straßentheater, Impro-Akteuren, Streetwalks und Bühnen-Performances
  • Poetry Workshops
  • Ausstellungen
  • Filmvorstellungen
  • Interkulturelle Konzerte, u.a. Kinderlieder, Jazz, Folk, türkische Musik
  • Tanzprojekte
  • Straßenfeste
  • Umzüge mit Masken, Figuren und Blechmusik
  • Stadtteilzirkus
Kunst und Kultur Baustelle 8001 e.V. © Lothar Baur
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Kontakt

Lothar Baur

LOTHAR BAUR

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Lothar Baur

Kultur Marketing und Medien Manager. Seit 12 Jahren ehrenamtlich in der Stadtteilarbeit.  Die Förderung der Beteiligung bzw. die Initiierung von Beteiligung ist ihm ein wichtiges Anliegen. Dabei setzt er auf die Kunst, Kultur und Bildung. Mit UTOPOLIS können Projekte umgesetzt werden, die bislang nicht umzusetzen waren. Die verloren gegangene Kultur wieder in den Stadtteil zurück zu holen und zu etablieren, ist seine Idee für die interkulturelle Zukunft des Stadtteils.  Darum ist er mit Engagement und Begeisterung seit Oktober dabei.

JOVANA GONNSEN

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Jovana Gonnsen

ist als Teil der dänischen Minderheit aufgewachsen und hat in Århus (DK) Diakonie und Sozialpädagogik studiert. Seit 2016 ist sie in der Jugendarbeit und multikulturellen Einrichtungen tätig. Im September 2018 hat sie mit dem Master Transformationsstudien begonnen und  legt ihren Fokus darauf, wie Menschen die unter schwierigen sozioökonomischen Bedingungen leben, in transformative Prozesse mit einbezogen werden können. Seit Oktober 2019 ist sie in der Stadtteilarbeit tätig und arbeitet im soziokulturellen Zentrum Kunst und Kultur Baustelle 8001 e.V. in Flensburg im UTOPOLIS-Projekt mit. Ihr größtes Anliegen ist es, Selbstwirksamkeit durch Teilhabe im Stadtteil zu fördern.

CHARLOTTE DASE

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Charlotte Dase

schloss 2017 ihren Bachelor in Interkultureller Kommunikation an der TU Chemnitz ab. Anschließend arbeitete sie ein Jahr in einem soziokulturellen Zentrum für Jugendliche und junge Erwachsene in Schweden. In ihrem derzeitigen Masterstudium Transformationsstudien beschäftigt sie sich mit dem sozial-ökologischen Wandel. Ihre Schwerpunkte liegen hierbei auf gesellschaftlicher Teilhabe und Intersektionalität. Seit Oktober 2019 ist sie als freie Mitarbeiterin Teil des UTOPOLIS-Projekts „Transformation in der Neustadt“ der Kunst und Kultur Baustelle 8001 in Flensburg.