Auch in der Neuen Neustadt Magdeburg war UTOPOLIS seit 2018 unterwegs, um Begegnungen zu schaffen, Menschen mit Kunst und Kultur zu verbinden und gemeinsam mit der Nachbarschaft „elefantastische“ Aktionen und Veranstaltungen durchzuführen. In den vergangenen vier Jahren wurden hier Methoden erarbeitet und ausprobiert, die Nachbarschaft zusammen gebracht, Gemeinschaft geschaffen und das Quartier gestaltet.

Nun verabschiedete sich das Projekt Auf die Plätze…! mit einem Nachbarschaftsfest und der Fotoausstellung „Neustadtansichten“, die die Vielfalt und Schönheit des Quartiers in den Fokus nahm. Das Modellprojekt stand und steht für kulturelle und künstlerische Angebote, Aktionen und Aktivitäten von und mit Bewohner*innen der Neuen Neustadt. Unter der Leitung von Sandy Gärtner war es Motivation für alle, sich ihren Stadtteil mit eigenen Aktivitäten anzueignen und Möglichkeit zur aktiven Mitgestaltung ihres Wohn- und Lebensumfeldes zu schaffen.
Ziel des Projekts war es, das kulturelle Angebot im Quartier auf Basis der Wünsche und Bedürfnisse der Anwohner*innen zu erweitern und so die Teilhabe aller am Kulturleben zu ermöglichen – unabhängig von ethnischer oder sozialer Herkunft sowie von Geschlecht oder Alter. Über Engagement und Teilhabe wurde das Gemeinschaftsgefühl der Nachbarschaft gestärkt und eine Basis für nachhaltige Strukturen geschaffen.

Wir sagen DANKE für eure Power und Zuversicht, euren kühlen Kopf auch in Krisenzeiten und den tollen Kontakt zur Nachbarschaft! Wir wünschen euch und allen Neustädter*innen, dass der Spirit des Projekts noch sehr lange fortbesteht!

Aktuell werten wir das Teilnehmenden-Feedback zur Konferenz aus und möchten in diesem Zuge auf ein Forschungsprojekt verweisen und dessen Materialien zur Verfügung stellen, das eine erste Grundlage für das World Café und die Workshops der UTOPOLIS-Konferenz war:

Ein Schwerpunkt des Forschungsprojektes „Jetzt in Zukunft. Nachhaltigkeitskultur entwickeln: Praxis und Perspektiven soziokultureller Zentren“ des Instituts für Kulturpolitik der Universität Hildesheim in Kooperation mit dem Bundesverband Soziokultur e.V. und gefördert vom Fonds Nachhaltigkeitskultur war die Entwicklung von Indikatoren einer zukunftsfähigen Soziokultur.

Bei der Kriterien- und Indikatorenentwicklung baut das Projekt auf die Grundlagen des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) auf, ein Instrument zur Nachhaltigkeitsberichterstattung für die Wirtschaft (Rat für Nachhaltige Entwicklung, 2020). Die Orientierung am DNK erlaubt nationale und internationale Anschlussfähigkeit, strukturierte Dokumentation sowie die Möglichkeit sich gegenüber Anspruchsgruppen zu positionieren. Die Gewährleistung der Anschlussfähigkeit für möglichst alle Zentren betrachtet Müller -Espey (2019: 307) auch als wesentliche Aufgabe auf Verbandsebene.

Eine Weiterentwicklung Soziokultureller Zentren hin zu einer zukunftsfähigen Betriebsführung benötigt einen klaren Handlungsrahmen aus aussagekräftigen Kriterien und Indikatoren. In Anlehnung an den DNK ist eine erste Version für einen Nachhaltigkeitskodex in der Soziokultur entstanden. Fünf Wirkungsfelder und 17 Kriterien für eine Transformation zur Nachhaltigkeit in der Soziokultur sowie eine begleitende Anwendungshilfe werden damit vorgestellt.

Weitere Informationen zum Forschungsprojekt unter www.jetztinzukunft.de

Downloads

Wirkungsfelder und Kriterien für einen Nachhaltigkeitskodex in der Soziokultur als PDF-Datei
Anwendungshilfe für einen Nachhaltigkeitskodex in der Soziokultur
Abschlussbericht des Forschungsprojektes Jetzt in Zukunft

Wer mit dem Nürnberger Stadtteil Langwasser bisher nicht viel Spannendes verbunden hat, konnte nun im Rahmen des Workshops Clown.Spiel.Raum eines Besseren belehrt werden! Angeleitet von einer professionellen Clownin konnten Interessierte in diesem dreitägigen Intensivworkshop unseres Projekts #LNGWSSR selbst in die Rolle einer Rotnase schlüpfen und das Quartier mit neuen Augen erkunden und betrachten.

Da Clowns bekanntermaßen naiv, aber auch neugierig, herzlich und mutig sind, hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit im Schutze ihrer Rolle und Kostümierung ganz anders auf Menschen zuzugehen, Passant*innen anzusprechen, Gebäude, Orte, Menschen anders wahrzunehmen; nämlich mit den Augen und dem Herzen eines Clowns oder einer Clownin. Mit Hilfe der roten Nase konnten Spielräume in Langwasser – drinnen, draußen, allein, miteinander, ohne Worte und auch mal sprechend – erobert werden.

Bei der Abschlussperformance auf dem Heinrich-Böll-Platz ließen sich Passant*innen zum Mitspielen anstecken oder standen einfach lächelnd, beobachtend am Rand des Geschehens. Die Clowns veränderten durch ihr Spiel die Atmosphäre des Ortes und sowohl die Spieler*innen, wie auch Anwohner*innen und Publikum entdecken die Plätze mit neuen Augen.

Das Spektakel sorgte für Sichtbarkeit im Bezirk und jede Menge Lächeln in den Gesichter der Passant*innen.

In der trotz der Zugehörigkeit zu Berlin sehr rural gelegenen Bildungsstätte Akademie Schmöckwitz stehen aktuell auf dem Fachforum Landwärts der Bundeszentrale für Politische Bildung die ländlichen Räume im Fokus. Auf den ersten Blick kein Thema für UTOPOLIS – doch ist die Beteiligung der UTOPOLIS-Regiestelle genau durch die Ermittlung und Diskussion dieser Schnittstelle motiviert. Bereits beim Einstiegsvortrag von Prof. Claudia Neu von der Universität Göttingen zum Thema „Teilhabe und Beteiligung auf dem Land“ wird deutlich, wie groß bei aller Differenz der Ausgangsbedingungen die Schnittstellen sind. Insbesondere die Bedeutung sozialer Räume für Teilhabe, Engagement und demokratische Prozesse ist durchaus vergleichbar. Wie diese sozialen Orte im Detail aussehen, hier gibt es sicherlich große Unterschiede zwischen Stadt und Land. Doch die Wichtigkeit von engagierten und innovativen Akteursgruppen und die Zusammenarbeit von Zivilgesellschaft, Verwaltung und wirtschaftsorientierten Einrichtungen ist nur eines der Beispiele, die auf urbane wie auf ländlich geprägte Räume zutreffen.

Auch der zweite Impulsvortrag von Prof. Nina Kolleck von der Universität Leipzig greift ein spannendes Thema auf, das UTOPOLIS von der Metaebene bis hin in die Quartiere bewegt: die Verbindung von Kultureller und Politischer Bildung. Selbstwirksamkeit, kreative Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Herausforderungen und Empowerment sind hier einige der Stichworte.

Mehr Informationen über die Initiative Landwärts findet ihr hier

Am 28. und 29. November veranstaltet das Kulturzentrum Schlachthof Kassel, teilweise in Zusammenarbeit mit unserem Projekt Hier im Quartier, eine Konferenz zum Thema „Partizipation“: Die niederländische Botschaft Berlin und das Generalkonsulat Düsseldorf laden gemeinsam mit dem Kulturzentrum Schlachthof zu einer zweitägigen Konferenz mit dem Titel “The Paticipatory Site” ein. Thema sind die vielfältigen Schnittstellen und Verbindungen zwischen bildender Kunst, sozialer Arbeit und kultureller Bildung. Anlässlich der documenta fifteen als erstes partizipatives Großereignis sollen ein Erfahrungsaustausch zwischen den Niederlanden und Deutschland angeregt und neue Allianzen ausgelotet werden. Herzlich eingeladen sind Akteur*innen aus Soziokultur, Ausstellungsräumen, Institutionen wie Museen, Interessenvertreter*innen, Bildungsorganisationen, Kunst- und Kulturvermittler*innen und alle weiteren Interessierte.

Mit Beiträgen von unter anderem Reza Afisina und Iswanto Hartono (ruangrupa, indonesische Künstlergruppe und künstlerische Leitung der documenta fifteen), Tina Lenz (Dozentin für Advanced Concept Design an der TU Delft, Niederlande), Sabine Engelhart-Petersen (Projektmitarbeiterin des Hamburger Projekts Billstedt United der Stiftung Kultur Palast Hamburg), Wapke Feenstra (Myvillages, Niederlande), Matthijs de Bruijne (Professur für mehrdimensionale Strategien, Kunsthochschule Kassel) und Reinaart Vanhoe (Künstler, ook_, Rotterdam).

Die Konferenz findet am 28.11. von 9 bis 17 Uhr und am 29.11. von 10 bis 15 Uhr statt. Alle Infos zur Konferenz findet ihr im Veranstaltungskalender des Schlachthofs. Die Tagungssprache ist englisch.

 

 

Unsere Jahreskonferenz „Soziokultur nachhaltig im Quartier. Werkzeuge für eine sozial-ökologische Transformation“ beschäftigte sich in Workshops und World Cafés intensiv mit dem Thema Nachhaltigkeit in der Soziokultur. Doch wie nachhaltig war diese zweitägige Veranstaltung eigentlich? Welche Verkehrsmittel wurden von den Beteiligten für die An- und Abreise gewählt? Wie nachhaltig waren Catering und Veranstaltungsort? Wie viel Wasser und Papier wurden an zwei Konferenztagen verbraucht?

Diesen und ähnlichen Fragen ist Franziska Mohaupt, Referentin für Nachhaltigkeit beim Bundesverband Soziokultur, auf den Grund gegangen und hat einen CO2-Fußabdruck der UTOPOLIS Jahreskonferenz erstellt. Die umfangreiche Übersicht zeigt die Erfassung der CO2-Währungen der für unsere Veranstaltung wichtigen Bereiche Strom, Wasser, Mobilität, Catering und Papier. Außerdem wurde ein besonderer Fokus auf die Mobilität gesetzt, da diese ein großer Verursacher von Treibhausgasen darstellt. Zum besseren Verständnis einiger Inhalte und zum tieferen Eintauchen in das Thema finden sich zudem weiterführende Quellen zum Nachlesen.

Wir hoffen, der Bericht stellt einen hilfreichen Impuls dar, selbst eine CO2-Bilanzierungen bei eigenen Veranstaltungen zu erstellen und vor allem: schon jetzt mit der CO2-Reduzierung zu beginnen!

Eine Evaluation der Konferenz ergab außerdem, dass viele Teilnehmenden einen großen Nachholbedarf sehen, wenn es um die Umsetzung nachhaltigen Handelns in der eigenen soziokulturellen Einrichtung geht, unter anderem auch beim Thema Energieverbrauch. Passend dazu findet ihr zusätzlich Tipps zum Energiesparen (samt Ergänzungen).

Das Gaswerk Weimar ist nominiert für den Kulturriesen 2022 der Thüringer Soziokultur!

Nach zweijähriger Corona-Pause vergibt die LAG Soziokultur Thüringen in diesem Jahr wieder diesen besonderen Preis. Mit dem Kulturriesen werden Vereine, Organisationen oder Initiativen ausgezeichnet, die sich durch ein außergewöhnliches Engagement oder durch besondere Zugänge und Formate in der Soziokultur und ihren Randbereichen hervorgehoben haben. Der Preis soll das Bewusstsein für Kultur und deren gesellschaftliche Bedeutung schärfen und die oft lokal verankerten Projekte und Akteure vor einer breiteren Öffentlichkeit würdigen. Die Preisverleihung findet heute, am 17. November, in Erfurt statt.

Wir gratulieren zur Nominierung und drücken alle Daumen!

 

Auch in Hamburg neigt sich die Projektlaufzeit dem Ende zu. Nach vier Jahren Billstedt United fand nun die achte und (vorerst) letzte REVUE DER KULTUREN statt, die einen mitreißenden und fulminanten Projektabschluss darstellte. Begleitet von einer Billstedt United-Fotoausstellung.

Die zehn Gruppen und insgesamt über 50 Mitwirkenden auf der Bühne präsentierten die kulturelle Vielfalt des Hamburger Stadtteils Billstedt. Von traditioneller peruanischer Musik, einem Chor zum Mitsingen, K-Pop, einer Schleiertanzgruppe, über Hip-Hop und Rock ’n’ Roll bis zu russischen Volksliedern – die Revue der Kulturen bot der Nachbarschaft eine Plattform um sich kulturell auszudrücken, sich auszutauschen und voneinander zu lernen.

Dieses Format hat im Stadtteil in den letzten vier Jahren viel bewegt, Potenziale freigesetzt, Engagement hervorgebracht, Sichtbarkeit hergestellt und Teilhabe ermöglicht. Und so bemüht sich der Kultur Palast um eine Möglichkeit der Weiterfinanzierung, um den kulturellen Gruppen und Bürgerinitiativen weiterhin eine Bühne geben zu können.

Wir wünschen der Revue der Kulturen alles Gute und hoffen bald wieder diversity on stage in Billstedt erleben zu dürfen! Danke für eure tolle Arbeit im Stadtteil, euren Einsatz und Engagement!

Die neue SOZIOkultur zum Thema „Nachbarschaft“ ist erschienen! Mit vielen spannenden Artikeln, Interviews, Tipps und Streifzügen durch die soziokulturelle Landschaft. Darunter findet ihr auch ein ausführliches Interview mit Dörte Inselmann, der Leiterin des Kultur Palast Hamburg und Trägerin des Bunderverdienstkreuzes für ihr soziokulturelles Engagement.

Sie spricht über unser Projekt Billstedt United und gibt einen Einblick in fast vier Jahre Stadtteilarbeit in einem großen und vielseitigen Quartier. Sie wirft einen Blick auf die Erfolge des Projekts, aber auch die Hürden, und den Anspruch, die Kultur und Kunst der diversen Communities sichtbar zu machen und die Nachbarschaft zusammenzubringen. Dabei wird deutlich wieviel Ausdauer, Kreativität und – in Zeiten von Corona – auch Resilienz dafür benötigt wird und wie schwer es sein wird, das Projekt auch nach Ende des Förderzeitraums weiterzuführen.

Das ausführliche Interview findet ihr in der kostenlosen Online-Ausgabe

 

Unser Brandenburger Projekt kultur.lokal.machen lud ein zu einem Workshop, der Tradition, Kreativität, Spiel und Entdeckungsreise miteinander verbindet: Ein Klappmaulpuppen-Workshop mit Quartierstour!

In Kooperation mit Theaterpädagoginnen lernte die interessierte Nachbarschaft, wie aus wenig Stoff und altem Papier eine Klappmaulpuppe entsteht. Also Puppen, deren Mündern – oder manchmal auch Mäuler – auf- und zuklappen können. Jede*r konnte seine oder ihre Puppe dabei nach den eigenen Vorstellungen gestalten und ihr besonderen Charakter und Ausdruck verleihen. Außerdem sollte jede Puppe Teil des Lieblingsortes in Lübbenau werden und diesen Anderen zeigen und erlebbar machen.

So traf sich die Workshops-Gruppe zunächst zum Austausch zu den besten Plätzen der Lübbenauer Neustadt. Eine Stadtkarte, die ganz aus dem Kopf heraus entstand, bildete die Grundlage für die weitere Arbeit. Dann ging es ans Basteln: mit Packpapier und Kreppband ließen sich schnell die ersten Köpfe erahnen. Über die Workshoptage hinweg bekamen alle Klappmäuler immer mehr Charakter, Berufe und auch Vorlieben prägten sich aus, Namen entstanden passend zur Erscheinung und kleine Geschichten rund um den gebauten Charakter kamen dazu.

Anschließend gingen die Puppen auf Entdeckungsreise durch das Stadtviertel. Was gefällt der Puppe wohl besonders in Lübbenau? Was hat sie zu erzählen? Gemeinsam machte sich die Gruppe auf zu einem neuen Abenteuer, zu einer noch unentdeckten und verlockenden, vielleicht bereits bekannten und vermissten Stadt. Das eigene Quartier wurde neu entdeckt – durch die Augen der Klappmaulpuppen.

Einen besonders schönen Einblick zu diesem Workshop bietet ein Video, das ihr hier anschauen könnt