Urban Gardening ist in aller Munde. Auf kleinem Raum entstehen im städtischen Umfeld grüne Oasen, werden Kräuter und Gemüse angebaut, bunte Blumen gesät, kompostiert. Auch unser Oberhausener Projekt Mut im Revier hat im Rahmen der Freien Uni einen Quartiersgarten errichtet. Hier finden Begegnungen statt, wird gemeinsam gebaut, gepflanzt, gebuddelt und gestaltet.

Die Nachfrage ist groß: jede Menge Seminarteilnehmende bringen sich ein, bauen neue Hochbeete oder Sitzgelegenheiten, bepflanzen bereits vorhandene Flächen und beraten gemeinsam die weitere Gestaltung und Nutzung des Gemeinschaftsgartens. Der soll nämlich nicht nur ein Ort für Hobbygärtner*innen sein, sonden auch Treffpunkt zum Energie tanken, diskutieren und Spaß haben. So setzt der Quartiersgarten Impulse sowohl für ökologische, wie auch soziale Nachhaltigkeit.

 

Wer in Wuppertal-Oberbarmen etwas auf dem Herzen hat, es sich aber nicht zu sagen getraut, kann sich vertrauensvoll an eine Viertelsprecherin wenden. Denn diese, Sonja und Christa, sind für alle Stadtteilbewohner*innen da, diskret per Email zu erreichen, und haben ein offenes Ohr für Themen jeder Art. Sie sammeln Meinungen, (heimliche) Wünsche und Botschaften ein – aus dem Quartier, für das Quartier.

Am 12.8. ist es dann so weit: Im Rahmen des Festivals „Summer in the City – 3 Tage Urlaub in Oberbarmen“ betreten die Viertelsprecherinnen die Bühne und verkünden, was an sie herangetragen wurde. Sie kündigen an, wenn jemand ein Teeservice zu verschenken hat. Oder verlesen eine Liebeserklärung. Sie können jemanden zu einem Rendezvous einladen und das Erkennungszeichen mitteilen. Oder berichten, wenn es etwas tolles Neues in der Nachbarschaft gibt: von Verschönerungsvorschlägen, Aktionen, aber auch, wo Kritik angebracht ist.

Die Viertelsprecherinnen des Ostens sind eine Aktion unseres Wuppertaler Projekts Die Wüste lebt!. Sie öffnet den Quartierbewohner*innen Raum für Meinungsäußerung, Austausch und Partizipation.

Unser Magdeburger Projekt Auf die Plätze…! begeistert in den Sommerferien regelmäßig die jüngeren Quartiersbewohner*innen mit tollen Kreativ-Camps.

Beim „CampThea 2022“ konnten nun Kinder zwischen acht und zwölf Jahren unter dem Motto „Weltentdecker*innen“ eine Woche lang Theater spielen und ins Camp-Leben schnuppern. Gemeinsam entwickelten sie ein eigenes Stück, probten und lernten viel über Performance, Texte lernen, Lampenfieber und alles rund um die Bretter, die die Welt bedeuten.

Zum krönenden Abschluss kam am Ende der Camp-Woche ihr Theaterstück zur Uraufführung – und zwar ganz öffentlich auf dem Moritzplatz. Das CampThea fand in Kooperation mit der Caritas statt und inspiriert Kinder ihre eigene Kreativität auszuleben und sich zu zeigen. Das Camp-Erlebnis schafft Gemeinschaft und neue Netzwerke, die auch über die Camp-Woche hinaus bestehen bleiben.

Wir wünschen weiterhin spaßige und kreative Sommerferien!

Mit Hilfe von Kunst gemeinsam mit den Menschen aus der Nachbarschaft das Stadtviertel gestalten – das ist eines der wichtigsten Ziele unserer Modellstandorte, wie auch unseres Kasseler Projekts Hier im Quartier.

Eine Aktion, die genau dafür steht, ist das gemeinschaftliche Wandbild im Boreal, dem Biergarten des Kulturzentrums Schlachthof, das zusammen mit den Menschen aus der Kasseler Nordstadt und einem lokalen Künstler umgesetzt wurde. In Kooperation mit dem Spielmobil Rote Rübe wurden nicht nur Motivideen gesammelt, sondern die Menschen direkt zum Mitmalen eingeladen. Mit Beamerprojektionen wurden verschiedene Motivideen auf die Wand projiziert, woraus schließlich das fertige Bild entwickelt wurde.

Entstanden ist so ein Wandbild, das viel von dem zeigt, was die Menschen mit der Kasseler Nordstadt verbinden: Lebensraum, Heimat, das Unterwegs- und Draußensein, Kontakte, Vielfalt und Lebensfreude. Ein Teil des Bildes zeigen aber auch die Dinge, die ihnen hier fehlen: Weggebrochene Kulturorte oder eine öffentliche Toilette am Nordstadtpark. All diese Elemente sind zum Bestandteile des Bildes geworden, welches ab sofort im Boreal bestaunt werden kann.

©Unser saarländisches Projekt Light up! Neunkirchen vom Kreativzentrum Kutscherhaus schickt seine Quartiersbewohner*innen auf einen Stadtviertelrundgang der besonderen Art:
in einem Live-Krimi müssen die Nachbar*innen ein mysteriöses Verbrechen in ihrem Quartier lösen!

In Kooperation mit lokalen Schauspieler*innen und einer Theaterpädagogin entwickelte das Projekt diese spannend-gruselige Erlebnis-Wanderung durch das Viertel. In kleinen Teams durchlaufen die Anwohner*innen fünf Stationen und treffen dabei auf rätselhafte Szenen und zwielichtige Gestalten, die in einen Mordfall verwickelt sind – oder vielleicht doch nicht? Das müssen die Kriminalist*innen nun selbst herausfinden! Ganz nebenbei lernen sie spannende Ecken ihres Stadtviertels kennen und müssen miteinander kooperieren, um gemeinsam den Fall zu lösen.
Auch für Familien hat das Projektteam einen kinderfreundlichen, spannenden Fall entwickelt, den es nun zu knacken gilt!

 

Im Januar letzten Jahres begann die Kunst und Kultur Baustelle 8001 und unser darin verortetes Flensburger Projekt Transformation in der Neustadt damit, den ehemaligen Supermarkt „Sultanmarkt“ zu einem Kulturzentrum umzugestalten. Der Ex-Sultanmarkt sollte dabei nicht nur eine weitere Kulturstätte werden, sondern die Vielfalt und Internationalität des Flensburger Quartiers abbilden, Begegnungen schaffen, Austausch ermöglichen und gegenseitiges voneinander Lernen anregen.

Wie das alles gelungen ist, in welcher Form der Ex-Sultanmarkt im vergangenen Jahr genutzt und bespielt werden konnte, und welche Bedeutung er für das Quartier einnimmt, zeigt nun eindrücklich die neu erschienene Broschüre „Supermarkt in Transformation“. Die Broschüre ist anlässlich des einjährigen Geburtstages des Ex-Sultanmarkts als Sonderausgabe des TRAFO-Magazins erschienen und kostenlos online abrufbar.

Die zweite Ausgabe des Stadtteilmagazins „Das Plakazin“ unseres Bremer Projekts Europa Zentral widmet sich den Straßen und öffentlichen Plätzen im Stadtviertel. Viele Jahrzehnte lag im Städtebau der Fokus auf den Verkehrswegen und Autos, so als seien diese die wichtigsten Stadtbewohner. Es wird höchste Zeit, dass die Straßen und Plätze wieder von denjenigen genutzt werden können, die in ihnen und um sie herum wohnen. Das Plakazin #2 berichtet in diesem Sinne von besonderen Orten im Quartier: von schön gestalteten Plätzen, Kiosken, kulinarischen Treffpunkten und verborgenen Orten, die es lohnt wiederzuentdecken und zu beleben. Zusätzlich enthält das Plakazin – das seinen Namen trägt, weil es sich zu einem Plakat auffalten lässt – einen Stadt(teil)plan, um all diese Orte besser zu finden.

Nachdem das Plakazin #2 bereits im Stadtteil verteilt wurde, ist es nun auch online verfügbar

Wie lebt es sich in deiner Wohnsiedlung? Wie sieht der Alltag aus, wie ist das nachbarschaftliche Miteinander und würdest du etwas ändern wollen? Diese und ähnliche Gedanken machten sich Anwohner*innen der Kasseler Wöhlersiedlung, denn sie hatten die Möglichkeit mit Hilfe einer mobilen Aufnahme-Box ihre Geschichten zu erzählen.

Unser Kasseler Projekt Hier im Quartier stellte in Kooperation mit einem lokalen Künstlerteam die Box an mehreren Tagen in der Siedlung auf. Ob in einem Interviewformat mit dem Team oder in Eigenregie – jede*r konnte auf seine eigene Art Gedanken, Erlebnisse oder Wünsche aufnehmen. Nachdem sich die Nachbarschaft rege eingebracht hatte wurde die Aufnahme-Box zu einer Abspiel-Box umgewandelt und künstlerisch gestaltet. Auf einem gemeinsamen Sommerfest wurden anschließend die Ergebnisse präsentiert, die gleichzeitig zum Gespräch über den Stadtteil und das nachbarschaftliche Zusammenleben anregten.

Ein paar der Geschichten, wie „Waffelliebe“, „Kamelhaardeckenwerkstatt“ oder „Mitgestaltung der Nachbarschaft“ können auch auf der Soundcloud der Künstlerin angehört werden.

Wie sieht deine persönliche Vision des guten Lebens aus? Was treibt dich an? Zu diesen Fragen zog der Stadtschreiber unseres Wuppertaler Projekts Die Wüste lebt! im letzten Jahr durch das Quartier, um seine Anwohner*innen zu befragen. Entstanden sind zahlreiche spannende und inspirierende Interviews und persönliche Einblicke. Viele der Befragten, die sich allesamt unter einem bunten Oasen-Schirm fotografieren ließen, haben sehr konkrete Vorstellungen von ihrem guten Leben. Und dabei geht es ihnen sehr häufig auch um ihr Stadtviertel, ihr Wohnumfeld und darum, wie sie es lebenswerter gestalten würden.

Aus den Interviews und Fotos hat das Projektteam nun unter dem Titel „I have a dream“ eine Ausstellung im öffentlichen Raum entwickelt, die die Gedanken der Interviewten sichtbar macht, vertiefende Einblicke in die individuellen Bewegunggründe, die Philosophie und Praxis der aktiven Nachbarschaft gibt und so Vorübergehende zum Nachdenken anregt.

Die Soziokultur erfindet sich immer wieder neu. Newcomer gründen selbst oder übernehmen Häuser und Strukturen, füllen sie aus mit neuen Ideen, Meinungen und Herangehensweisen. Das geht manchmal nicht ohne Reibung vonstatten, aber immer konstruktiv, produktiv und wertschätzend. Die neue Ausgabe der SOZIOkultur nimmt diesen Wandel aus unterschiedlichen Perspektiven in den Blick.

Erfahrt mehr über die Praxis neuer soziokultureller Orte, die Grenzen ehrenamtlicher Strukturen, Veränderungsprozesse und den Neuanfang von bereits etablierten soziokultrellen Zentren.

Die aktuelle Ausgabe findet hier kostenlos zum Download.
Und wer darüber hinaus stöbern möchte findet hier auch die Online-Versionen der vergangenen Ausgaben