Seit Ende 2018 erproben die am Programm „UTOPOLIS – Soziokultur im Quartier“ beteiligten soziokulturellen Zentren Methoden der künstlerischen Stadtteilarbeit. Ein wichtiger Bestandteil ist dabei die projektbegleitende Bedarfsermittlung, auf deren Grundlage dann Aktivitäten und Veranstaltungen geplant werden.

Die Bedarfsermittlung im öffentlichen Raum gibt den Projektverantwortlichen dabei nicht nur einen Überblick, welche Erwartungen, Hoffnungen und Kritikpunkte die Anwohner*innen in den Quartieren haben, sondern sie macht die Projekte mit ihren Möglichkeiten für die Nachbarschaft erst einmal sichtbar. Im Idealfall wecken die Aktionen die Neugier und machen  Lust, sich zu beteiligen – und auch eigene Verantwortung zu übernehmen und mitzugestalten. In jedem Fall wird das wichtige Signal ausgesendet, dass die Menschen und ihre Interessen im Vordergrund stehen.

Im pdf-Dokument Utopolis_Praxisbeispiele_Bedarfsermittlung haben wir einige Methoden zusammengefasst – Nachmachen ausdrücklich erwünscht!

Gemeinsam mit dem Jahr 2022, das in vielerlei Hinsicht kein einfaches und alles andere als ein friedliches war, verabschieden wir schweren Herzens auch sechs unserer Modellstandorte: In den Städten Wuppertal, Mannheim, Hamburg, Magdeburg, Kassel und Nürnberg endet nach vier Jahren UTOPOLIS nun die Förderung. Vier Jahre lang wurden in den Quartieren unermüdlich beste Nachbarschaftsarbeit betrieben, Teilhabe ermöglicht, interkultureller Austausch hergestellt, das Gemeinschaftsgefühl gestärkt, Anwohner*innen aktiviert, Großes und Kleines partizipativ auf die Beine gestellt, Herzen erwärmt. Wir sagen DANKE an die wunderbaren Teams!!!

Wir sind uns sicher, dass dies zwar ein Abschied, jedoch nicht das Ende der wertvollen Arbeit im Stadtteil ist! Wir freuen uns, dass der Spirit dieser Projekte noch lange im Stadtteil nachhallt und dass an gleich mehreren Standorten die ein oder andere nachhaltige Struktur geschaffen werden konnte und Angebote weiterlaufen werden. An allen Standorten sind Ergebnispräsentationen entstanden, die dir einen Überblick über den Prozess und ein Best Of der Methoden vermitteln. An dieser Stelle möchten wir noch einmal auf die frisch aus dem Druck gekommenen Publikationen „Social Body Building“- Kunstkatalog des Mannheimer zeitraumexit und die Buchveröffentlichung „Vier Jahre gelebte Nachbarschaft – Ideen, Aktionen und Erfahrungen“ vom Kasseler Projekt Hier im Quartier verweisen.

Und wir möchten allen Leserinnen und Lesern unseres Blogs ein buntes, glückliches und gesundes Neues Jahr wünschen. Möge 2023 auch euren Spirit anfeuern und euch viele kreative Momente in der soziokulturellen Arbeit bescheren. Auf  ein Jahr voller Engagement, Zusammenhalt, Freude und Frieden!

Das im Nürnberger Stadtteil gelegene Gemeinschaftshaus Langwasser unseres Modellprojektes „#LNGWSSR“ wurde seit Anfang 2018 generalsaniert. In einem kombinierten Verfahren aus E-Partizipation und künstlerischer Aktionen im Stadtteil konnten sich die Anwohner*innen an der Neugestaltung des Bürgerhauses beteiligen. Neben dem Online-Portal gab es aufsuchende und partizipative Elemente, über die die Bürger*innen zum Mitmachen animiert wurden.

Die Broschüre „Gemeinschaftshaus.Neu.Machen – Dokumentation zur Bürgerbeteiligung“ des Gemeinschaftshauses Langwasser stellt die einzelnen Schritte des Beteiligungsverfahren transparent dar. Neben den bürgerorientierten, aktivierenden und künstlerischen Methoden wird auch die breit gefächerte Öffentlichkeitsarbeit zu dem Projekt anschaulich beschrieben. Der Beteiligungsprozess stieß auf eine hohe Resonanz und ist auf andere Städte bzw. Stadtteile gut übertragbar.

Die Broschüre könnt ihr euch HIER ansehen und herunterladen.