Brieffreundschaften in der Nachbarschaft

Was früher ein Mittel war, um trotz weiter Distanzen in Kontakt zu bleiben, avanciert in Zeiten von Corona zu einer Möglichkeit, die sich lokal am nächsten Befindlichen neu oder besser kennenzulernen: die gute alte Brieffreundschaft.

Das Dresdener UTOPOLIS-Projekt „Plattenwechsel – WIR in Aktion“ des Johannstädter Kulturtreffs hat seine Nachbarschaft dazu aufgerufen, sich zu vernetzen – egal, ob bekannter oder unbekannter Weise. Gerade jetzt, in der Corona-Zeit, in der wir genötigt sind, zuhause zu bleiben, könnten sich wieder mehr Zeitfenster für schöne, handwerkliche, individuelle Dinge wie das Briefeschreiben auftun. Und, mal Hand aufs Herz: Wann habt ihr das letzte Mal einen Brief per Hand geschrieben oder gar einen erhalten? Vielleicht ist jetzt eine gute Gelegenheit dafür, die mittlerweile etwas altmodisch erscheinende Kontaktmöglichkeit wieder aufflammen zu lassen – jenseits von WhatsApp, Facebook & Co. Der Clou: die Briefe werden nicht mehrere Kilometer weit verschickt, sondern landen in einem Briefkasten, der sich nur wenige Meter von eurem eigenen befindet. So könnt ihr eure Nachbarschaft noch einmal ganz neu kennenlernen – und vielleicht entsteht ja eine Freundschaft, die sich auch in der Nach-Corona-Zeit bewährt!

So geht’s: Die Nachbarschaft per Einladung in den Briefkasten zum Mitmachen aufrufen. Interessenten können sich mit einem kurzen Steckbrief, der Name, Adresse, Alter und Interessen bzw. Hobbies umfasst, per E-Mail oder – noch schöner – per Einwurf in den Briefkasten melden. Der Steckbrief kann natürlich beliebig erweitert werden, hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt (z.B. Lieblingsorte, Vermeidungsorte im Kiez etc.). Es sollten nur nicht zu viele Punkte abgefragt werden, so dass die Aktion niedrigschwellig bleibt und viele Anwohner*innen zur Teilhabe animiert werden. Die Koordinierungsstelle stellt dann die Verbindungen zwischen den Nachbar*innen her und versendet als Startsignal die gegenseitigen Steckbriefe. Beim Johannstädter Kulturtreff kann man sich übrigens unter kontakt@johannstaedterkulturtreff.de anmelden – oder eine Nachricht in den Briefkasten werfen. Also dann: Ran an die Stifte!