Ab ins Quartier mit Hier im Quartier!

Gruppenfoto auf einer begehbaren UTOPOLIS-Skulptur | © Leila Guardane

Am 14. November 2019 gab es für 15 Interessierte vor Ort in Kassel einen praxisnahen Einblick in das Projekt Hier im Quartier des Kulturzentrum Schlachthof. Nach einer kurzen Besichtigung des Kulturzentrums ging es ins benachbarte Hier-im-Quartier-Büro, um dort über die Ziele des Projektes und bisherige und zukünftige Aktionen ins Gespräch zu kommen. Das Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, das kulturelle Leben in den Kasseler Soziale Stadt-Quartieren Wesertor, Rothenditmold und Nord-Holland (Nordstadt) zu fördern und sichtbarer zu machen. Kultur- und Kunstaktionen im öffenlichen Raum laden Bewohner*innen der Viertel auf niedrigschwellige Weise zum Mitmachen ein. Zum Einsatz kommt dabei auch ein Medienmobil, das im wahrsten Wortsinne das Konzept von Kultur und Kunst als Ausdrucksform eigener Wünsche und Bedürfnisse transportiert. Die ersten Einsätze des Mobils wurden als Einstiegsimpuls in einer Diaschau zusammen mit einer Ausstellung von Fotos, auf denen Anwohner*innen ihre Lieblingsbeschäftigungen im und ihre Wünsche ans Quartier mit viel Spaß nonverbal darstellen, präsentiert.

Live dabei war die Besuchergruppe dann bei der ersten Zusammenarbeit mit einem der Kooperationspartner des Modellprojekts: dem unmittelbar im Quartier beheimateten Fachbereich „Architektur – Stadtplanung – Landschaftsplanung“ der Universität Kassel. Das Master-Seminar „Lebendiger Freiraum: Straße II“ hat die Zielsetzung, den Straßenraum in Kassel zu untersuchen, um dessen Potential an Aufenthaltsqualität herauszuarbeiten und ein funktionierendes Freiraumkonzept zu entwerfen. Eine hervorragend zu UTOPOLIS passende Fragestellung – und so taten sich Studierende und Projektakteure zusammen, um konkret über neue Formen der künstlerischen Nutzung von (ehemaligen) Parkflächen im städtischen Raum nachzudenken und stadtteilbezogen mit Anwohner*innen Parklets zu entwickeln.

Nach einer gemeinsamen Begehung der Nordstadt mit rund 12 Studierenden wurden weitere Standorte des Projekts aufgesucht, darunter Plätze, an denen eine Klanginstallation verortet war und ein Aktivspielplatz, auf dem gemeinsam mit Kindern eine begehbare Skulptur aus Sperrmüllmaterialien entstanden war. Ein herrlicher Ort für ein abschließendes Gruppenfoto! Abends gab es noch die Möglichkeit, im Nachbarschaftstreff Waschhaus eine über das UTOPOLIS-Projekt entstandene Kultur-Kochgruppe kennenzulernen, diesmal mit kulinarischen Beiträgen aus Eritrea. Abgerundet wurde der Tag mit dem Besuch einer Druckwerkstatt, in der Anwohner*innen Siebdrucke erstellen können und in der auf dieser Basis Plakate für zukünftige Veranstaltungen im Stadtteil entstehen. Apropos Veranstaltungen: Das Projekt wird sehr lebendig mit nahezu täglichen Neuigkeiten auf Facebook dokumentiert.

Gruppenfoto auf einer begehbaren UTOPOLIS-Skulptur | © Leila Guardane