Die zweite Dekade dieses Jahrhunderts ist eingebettet in zwei weltweite Krisen: die im Jahr 2008 beginnende Wirtschaftskrise sowie die seit Anfang 2020 wütende Corona-Pandemie. Zwischen diesen beiden Zäsuren erlebte Deutschland ein Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum sowie steigenden Wohlstand. Doch auch Verkehrsprobleme, Krisen auf den Wohnmärkten und eine veränderte Beteiligungskultur waren prägend für dieses Jahrzehnt.

Das Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung (ILS) hat zur Raum- und Stadtentwicklung der 2010er-Jahre das ILS-Trends [extra] herausgegeben. Die Publikation findet ihr HIER.

Eine triste Monokultur in den Städten lässt die Gesellschaft immer weiter voneinander segregieren. Es gibt kaum Platz für kulturelle Wildnis, Partizipation und Co-Kreation. Warum urbane Räume aber Gemeingüter und geistige Freiräume brauchen, legt Davide Brocchi in seinem Essay „Mehr urbane Wildnis wagen“ dar. Der Text basiert auf seinem Vortrag bei der Denkwerkstatt des Bundesweiten Ratschlags Kulturelle Vielfalt. Ihr könnt den Artikel HIER nachlesen.

Davide Brocchi studierte Sozialwissenschaften, Politik, Psychologie und Philosophie. Er ist als Diplom-Sozialwissenschaftler freiberuflich tätig. Unter anderem initiiert er den jährlich stattfindenden „Tag des guten Lebens“ und ist Co-Sprecher von „Gutes Leben Berlin – Bündnis der Kieze“. Mehr Infos über Davide Brocchi findet ihr unter „Expertise“.

Klirrende Kälte und Lockdown – klingt nach viel Zeit zum Lesen! Neben unseren anderen Lesetipps in der letzten Zeit können wir euch die neue Ausgabe von „Politik & Kultur“, der Zeitung des Deutschen Kulturrates, ans Herz legen. Schwerpunktthema ist dieses mal: „Stadtkultur: Polis bis Megacitiy – Wo kommen wir her, wo wollen wir hin?“. Neben inklusiven und partizipativen Gestaltungsmöglichkeiten geht es um sozialwissenschaftliche und künstlerische Stadtforschung, Urbane Kunst, Dritte Orte, die Folgen der Corona-Pandemie für Städte – und vieles mehr. Die komplette Ausgabe könnt ihr HIER nachlesen, das Schwerpunktthema findet ihr auf den Seiten 23 bis 42.

 

Mehr Gemeinwohlorientierung, mehr gemeinschaftliches Handeln, mehr Mut zum Experimentieren: Diese Maxime zeichnen unter anderem die Neue Leipzig-Charta aus. Mit der Neuen Leipzig-Charta wurde im November 2020 die Leipzig-Charta aus dem Jahr 2007 reformiert – und damit den gesellschaftlichen, ökologischen und ökonomischen Veränderungen Rechnung getragen.

Was genau die Neue Leipzig-Charta beinhaltet und was sie für die Stadtentwicklungspolitik – gerade in Pandemie-Zeiten – bedeutet, wurde auf der digitalen Fachkonferenz „Neue Leipzig-Charta“ am 2. Dezember 2020 diskutiert. Unser Modellprogramm „Light Up! Neunkirchen“ aus dem Saarland zeigte auf, dass auch in Zeiten von Corona Gemeinwohlorientierung und gemeinschaftliches Handeln möglich sind: Wenige Monate nach Projektstart im September 2019 ging es für das Kutscherhaus Neunkirchen, das das Modellprogramm umsetzt, bereits in den Lockdown – damit wurde kulturelle Nachbarschaftsarbeit unmöglich gemacht. Das Kutscherhaus reagierte jedoch schnell und brachte ein vielfältiges, niedrigschwelliges und zweisprachiges Online-Angebot auf den Weg. So musste in dieser schwierigen Zeit nicht auf Kunst und Kultur verzichtet werden, überdies konnte der Kontakt zu den Nachbar*innen gehalten werden. Weitere Informationen zum Neunkirchener Beitrag auf der Fachkonferenz könnt ihr HIER nachlesen.

Einen ausführlichen Rückblick zur Fachkonferenz findet ihr HIER.