Lebst du gern in deinem Stadtteil? Was zeichnet ihn aus? Was bedeutet Nachbarschaft für dich und wie gut kennst du deine Nachbar*innen?

Unser Bremer Projekt Europa Zentral vom Kultur vor Ort e.V. hat die Fotoausstellung „Europa Zentral – Leben im Liegnitzquartier” ins Leben gerufen. In Foto- und Audioportraits präsentieren sich die Stadtteilbewohner*innen und sprechen über das Leben im Bezirk.

Schnell wird deutlich: die Menschen mögen ihr Viertel. Auch wenn es mal zu laut oder zu dreckig ist. Sie berichten von Hilfsbereitschaft, Offenheit und Verbindlichkeit. Kurz, von guten nachbarschaftlichen Beziehungen. Die Einzelportraits bilden ein buntes Stadtviertel ab, das Sprachbarrieren und Vorurteile überwindet und sich Herausforderungen optimistisch entgegenstellt. Persönliche Geschichten werden erzählt, Lieblingsorte im Bezirk preisgegeben.

Die Portraitfotos sind auf öffentlichen Plätzen ausgestellt und somit allen Passant*innen zugänglich. Wer bisher ein negatives Bild des Liegnitzquartiers hatte, darf sich hier eines Besseren belehren lassen. Die zugehörigen Interviews sind auf der Website in Originalsprache zu hören und in Übersetzung zu lesen.

Ein Projekt über Nachbarschaftlichkeit, Vielfalt und Toleranz.

Was macht ihr im Projekt, welche konkreten Aktionen habt ihr schon umgesetzt und wie ist deine Utopie für Kassel? Diese und noch mehr Fragen beantwortet Gerrit Retterath, einer der Projektverantwortlichen unseres Modellprojekts „Hier im Quartier“ des Kulturzentrums Schlachthof e.V. im Gespräch mit „Mittendrin Kassel“. Neben der Rolle von Kunst und Kultur geht es um Nachbarschaftsarbeit, Kooperationen und Verstetigung – und natürlich allem voran über unser Förderprogramm UTOPOLIS. Das gesamte Interview könnt ihr HIER nachhören.

Live-Musikspielstätten und soziokulturelle Einrichtungen sind ein integraler Bestandteil des kulturellen Lebens in Städten und Gemeinden. Als wichtige Experimentier-, Bildungs-und Begegnungsräume in der Gemeinde sind sie ein elementarer Bestandteil gesellschaftlichen Lebens. In den wachsenden, sich zunehmend verdichteten Ballungsräumen führt die heranrückende Wohnbebauung zunehmend zu Konflikten, die letztendlich zwischen den Betreibern der Musikspielstätten und soziokulturellen Einrichtungen und den Anwohnern ausgetragen werden.

Die Bundesstiftung Baukultur, der Bundesverband deutscher Wohnungs-und Immobilienunternehmen (GdW), der LiveMusikKommission Verband der Musikspielstätten in Deutschland e.V. und der Bundesverband Soziokultur e.V. haben in einem gemeinsamen Positionspapier Handlungsempfehlungen formuliert – mit dem Ziel, die rechtlichen Rahmenbedingungen dahingehend zu verändern, dass sowohl die Interessen der Betreiber der Kultureinrichtungen als auch die der Anwohnerinnen und Anwohner angemessen berücksichtigt werden.

Das vollständige Positionspapier findet ihr HIER, die vollständige Pressemitteilung könnt ihr HIER nachlesen.

Was früher ein Mittel war, um trotz weiter Distanzen in Kontakt zu bleiben, avanciert in Zeiten von Corona zu einer Möglichkeit, die sich lokal am nächsten Befindlichen neu oder besser kennenzulernen: die gute alte Brieffreundschaft.

Das Dresdener UTOPOLIS-Projekt „Plattenwechsel – WIR in Aktion“ des Johannstädter Kulturtreffs hat seine Nachbarschaft dazu aufgerufen, sich zu vernetzen – egal, ob bekannter oder unbekannter Weise. Gerade jetzt, in der Corona-Zeit, in der wir genötigt sind, zuhause zu bleiben, könnten sich wieder mehr Zeitfenster für schöne, handwerkliche, individuelle Dinge wie das Briefeschreiben auftun. Und, mal Hand aufs Herz: Wann habt ihr das letzte Mal einen Brief per Hand geschrieben oder gar einen erhalten? Vielleicht ist jetzt eine gute Gelegenheit dafür, die mittlerweile etwas altmodisch erscheinende Kontaktmöglichkeit wieder aufflammen zu lassen – jenseits von WhatsApp, Facebook & Co. Der Clou: die Briefe werden nicht mehrere Kilometer weit verschickt, sondern landen in einem Briefkasten, der sich nur wenige Meter von eurem eigenen befindet. So könnt ihr eure Nachbarschaft noch einmal ganz neu kennenlernen – und vielleicht entsteht ja eine Freundschaft, die sich auch in der Nach-Corona-Zeit bewährt!

So geht’s: Die Nachbarschaft per Einladung in den Briefkasten zum Mitmachen aufrufen. Interessenten können sich mit einem kurzen Steckbrief, der Name, Adresse, Alter und Interessen bzw. Hobbies umfasst, per E-Mail oder – noch schöner – per Einwurf in den Briefkasten melden. Der Steckbrief kann natürlich beliebig erweitert werden, hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt (z.B. Lieblingsorte, Vermeidungsorte im Kiez etc.). Es sollten nur nicht zu viele Punkte abgefragt werden, so dass die Aktion niedrigschwellig bleibt und viele Anwohner*innen zur Teilhabe animiert werden. Die Koordinierungsstelle stellt dann die Verbindungen zwischen den Nachbar*innen her und versendet als Startsignal die gegenseitigen Steckbriefe. Beim Johannstädter Kulturtreff kann man sich übrigens unter kontakt@johannstaedterkulturtreff.de anmelden – oder eine Nachricht in den Briefkasten werfen. Also dann: Ran an die Stifte!