Für dieses Format benötigt man eine Kultureinrichtung, die Räumlichkeiten zur Verfügung stellt und die Ressourcen der Nachbarschaft. Diese soll ermuntert werden, Kreativ-Angebote, Workshops, ihr künstlerisches Können oder individuelle Mitmach-Angebote im Rahmen eines Nachbarschaftsfests anzubieten. Der Aufruf dazu kann über Flyer, Plakataktionen, Rundmails, Stadtteilzeitung, Netzwerktreffen und Einzelansprache erfolgen. Aus den vorgeschlagenen Ideen wird ein Programm entworfen, dass man mehrsprachig gestaltet und bei Stadtteilspaziergängen verteilt. Anschließend wird mit den Nachbar*innen koordiniert, welches Material benötigt wird und ein Termin festgelegt und kommuniziert. Und dann kann er losgehen – der social sunday. Da viele unterschiedliche Formate aus unterschiedlichen Lebenswelten nebeneinander angeboten werden, entstehen dabei neue Kontakte und Netzwerke, oft über den bisherigen Horizont hinaus.

Alle sind eingeladen, per Anruf oder E-Mail ein paar Stichworte zu einer anderen Person oder deren Vorlieben an das „Wir singen für dich“-Team weiterzugeben. Zusätzlich sollten noch die musikalischen Vorlieben angegeben werden – und schon ist seitens der Nachbarschaft alles da, was für das Projekt benötigt wird.

Dann beginnt die Arbeit bzw. der Spaß hinter den Kulissen: Aus den Informationen wird ein Song gedichtet und inklusive einer kleinen Grußbotschaft auf der Webseite veröffentlicht. So kann man einem lieben Menschen eine Freude machen.

 

Ein Elektromobil oder Lastenrad wird zu einem Thron umdekoriert. Mit Pappkronen und einem Fotoapparat an der Hand mischt sich eine kleine verkleidete Theatercrew unter die Leute im Stadtteil. Sie befragen die Anwohner*innen: Was würdest du tun, wärest du König*in des Stadtteils?

Die Royale Szenerie ermöglicht den Bewohner*innen sowohl die ganz großen, als auch die kleinen Wünsche für ihren Stadtteil auszumalen. Ein*e Schriftführer*in nimmt die Äußerungen aufmerksam zu Protokoll. Als Abschluss des “Krönungsgespräches” wird ein Polaroid Foto gemacht, um den Bewohner*innen ein Andenken mit nach Hause zu geben.

Im Anschluss an die Befragung werden die gesammelten Wünsche an einem öffentlichen Platz zusammengetragen und ausgestellt.  Anhand der präsentierten Wünsche und der durchgeführten Gespräche kann ein Kompass für die Stadtteilarbeit entwickelt werden.

Man nehme verschiedenste interkulturelle Musik- und Tanzgruppen, Sänger*innen und andere Künstler*innen aus dem Quartier, um die regionale kulturelle Vielfalt abzubilden. Die Auftritte sollten fünf bis maximal acht Minuten lang sein. Für einen abwechslungsreichen Ablauf sollten Beiträge verschiedener Communities auf die Bühne gebracht werden, z.B. türkische Musiker*innen werden abgelöst von georgischen Tänzer*innen, HipHop usw. Zudem sollte beim Ablauf die verschiedenen Leistungsniveaus der Künstler*innen bedacht werden, so dass schwächere Gruppen von stärkeren Beiträgen getragen und die Teilnehmer*innen dadurch beflügelt werden können. Neben der Bühnenshow kann über den kulturellen Hintergrund der Künstler*innen durch Filme oder eine*n Moderator*in informiert werden. Nach der Revue können alle Akteure bei einem gemeinsamen Essen zusammenkommen, um sich miteinander auszutauschen, Netzwerke zu knüpfen und Ideen zu spinnen.

Ein kleinformatiges Festival im Quartier. An Plätzen oder in den Straßen finden kleine Acts und Aktionen statt:  Konzerte von lokalen Musiker*innen, ein Nachbarschaftspicknick, verschiedene Kunstangebote für Kinder und Workshops für Erwachsene. Es entstehen Räume für Begegnungen zwischen den Anwohner*innen und eine positive Verbundenheit mit dem Bezirk. Das Festival strahlt über den Stadtteil hinaus.

In Zeiten des Lockdowns ist es für Einrichtungen der Stadtteilarbeit herausfordernd, mit den Anwohner*innen in Kontakt zu bleiben oder überhaupt erst in einen Austausch mit ihnen zu treten. Ein guter Weg ist es, Nachbar*innen dazu aufzurufen, ihre Eindrücke, Gedanken, Stimmungen zur und über die Pandemie-Zeit einzureichen. Das eingereichte Material kann dabei vielfältig sein und von Texten über Fotos und Zeichnungen zu von der Nachbarschaft selbst gedrehten Videos reichen. Aus den Einsendungen kann ein Gesamtkunstwerk entstehen, das als eine Art „Corona-Tagebuch“ die Pandemie mitsamt der damit einhergehenden Umwälzungen auf künstlerische Art und Weise portraitiert. Dieses Gesamtkunstwerk wiederum kann multimedial aufbereitet und weiterverwertet werden: als Buch, Ausstellung im öffentlichen Raum etc.

 

Zudem kann es – soweit es die Corona-Bedingungen zulassen – fruchtbar und lohnend sein, gemeinsam mit den Anwohner*innen zusätzlich in analoger Form an dem Gesamtkunstwerk zu arbeiten. So können sich auch Nachbar*innen, die nicht auf digitalem Weg erreicht werden, am Projekt beteiligen. Durch die Verquickung von digitaler und analoger Methodik können überdies vielfältige Ergebnisse erzielt werden, die multimedial aufbereitet werden können. Beispielsweise können gemeinsam mit den Anwohner*innen Fotoshootings durchgeführt werden, die auf großformatigen Plakaten zu Collagen zusammengeführt und im öffentlichen Raum angebracht werden.

 

Die CoronaCollection Mannheim ist mittlerweile erschienen. Das Lookbook könnt ihr HIER herunterladen.

Die eigenen vier Wände werden zur Begegnungsstätte zwischen Menschen im Stadtteil und zur Spielstätte für Konzerte, Lesungen, Schauspiel oder ganz andere Spektakel. Die Gastgeber*innen wünschen sich das Format (die Intendanz liegt im Stadtteil!) und die Koordination kümmert sich um die passenden Künstler*innen. Im Gegenzug laden die Gastgebenden Nachbarschaft und Freunde ein, hierzu kann es Unterstützung im Form von personalisierten Flyern geben. Ggf. muss zur Veranstaltung noch Technik besorgt und aufgebaut werden. Auch genügend Sitzmöglichkeiten sollten vorhanden sein (Papphocker genügen). Den Gastgeber*innen kann ein kleines Budget gegeben werden, um die Gäste kulinarisch zu versorgen. Dies lockert die Stimmung und sorgt vor allem dafür, dass nach der Veranstaltung noch Zeit miteinander verbracht wird, um sich besser kennenzulernen und zu vernetzen.

Das Hier-im-Quartier-Video-und Soundmobil ermöglicht durch einen verbauten Tageslicht-Projektor, eine Soundanlage und eine Bootsbatterie Film- und Video-Aufführungen von bis zu vier Stunden – ganz ohne Stromanschluss. Das Video- und Soundmobil ist somit für vielfältige künstlerische Aktionen und Interventionen im öffentlichen Raum nutzbar, sei es für die Projektion von Filmen auf Fassaden, Video-Mapping-Aktionen oder dem bloßen Abspielen von Musik. Der Wagen lässt sich per Hand durch die Nachbarschaft ziehen, er kann aber auch als Anhänger an ein Fahrrad montiert werden. Durch eine beigelegte Anleitung kann er außerdem an andere Initiativen und Kulturschaffende verliehen werden.

 

Fotos © Kulturzentrum Schlachthof gGmbH

Jede*r von uns hat einen Schatz wunderschöner Fotografien, zu dem er/sie ganz persönliche Geschichten erzählen kann. Der Foto Jam macht’s möglich: Hier ist die Bühne für alle Menschen aus der Nachbarschaft offen, um ihr Lieblingsfoto auf kreative und unterhaltsame Art und Weise zu präsentieren. Ob Musik, Akrobatik oder Pantomime: alle Hilfsmittel sind erlaubt! Jede und jeder hat nur fünf Minuten Zeit. Der Foto Jam bietet damit nicht nur eine hervorragende Gelegenheit, neue Talente aus dem Stadtteil zu erleben – er lädt überdies zum gegenseitigen Kennenlernen, einem Austausch und einem unterhaltsamen Abend mit nie dagewesenen Fotografien und Geschichten ein.

 

 

Fotos © Heike Overberg | Gesellschaft für Humanistische Fotografie e.V.