Ein Elektromobil oder Lastenrad wird zu einem Thron umdekoriert. Mit Pappkronen und einem Fotoapparat an der Hand mischt sich eine kleine verkleidete Theatercrew unter die Leute im Stadtteil. Sie befragen die Anwohner*innen: Was würdest du tun, wärest du König*in des Stadtteils?

Die Royale Szenerie ermöglicht den Bewohner*innen sowohl die ganz großen, als auch die kleinen Wünsche für ihren Stadtteil auszumalen. Ein*e Schriftführer*in nimmt die Äußerungen aufmerksam zu Protokoll. Als Abschluss des “Krönungsgespräches” wird ein Polaroid Foto gemacht, um den Bewohner*innen ein Andenken mit nach Hause zu geben.

Im Anschluss an die Befragung werden die gesammelten Wünsche an einem öffentlichen Platz zusammengetragen und ausgestellt.  Anhand der präsentierten Wünsche und der durchgeführten Gespräche kann ein Kompass für die Stadtteilarbeit entwickelt werden.

In der Adventszeit  gestalten Künstler*innen, Theaterpädagog*innen und Kreative einen Online-Adventskalender. Jeden Tag findet sich hinter dem Türchen ein neues Angebot, eine Geschichte, ein Rezept, ein Spiel oder eine Bastelanleitung. Der Fantasie und Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt.

Der Adventskalender wird auf einer Webseite veröffentlicht. Jede Person, die Lust hat, die Idee hinter dem Türchen selber auszuprobieren, ist eingeladen, davon ein Bild oder ein kurzes Video einzureichen, das ebenfalls publiziert wird. So werden die unterschiedlichen Ergebnisse präsentiert und noch mehr Leute zum Mitmachen angeregt.

Man nehme verschiedenste interkulturelle Musik- und Tanzgruppen, Sänger*innen und andere Künstler*innen aus dem Quartier, um die regionale kulturelle Vielfalt abzubilden. Die Auftritte sollten fünf bis maximal acht Minuten lang sein. Für einen abwechslungsreichen Ablauf sollten Beiträge verschiedener Communities auf die Bühne gebracht werden, z.B. türkische Musiker*innen werden abgelöst von georgischen Tänzer*innen, HipHop usw. Zudem sollte beim Ablauf die verschiedenen Leistungsniveaus der Künstler*innen bedacht werden, so dass schwächere Gruppen von stärkeren Beiträgen getragen und die Teilnehmer*innen dadurch beflügelt werden können. Neben der Bühnenshow kann über den kulturellen Hintergrund der Künstler*innen durch Filme oder eine*n Moderator*in informiert werden. Nach der Revue können alle Akteure bei einem gemeinsamen Essen zusammenkommen, um sich miteinander auszutauschen, Netzwerke zu knüpfen und Ideen zu spinnen.

Paula, die Postbotin für positive Post, ist eine theatrale Figur. Sie wandert mit einem mobilen Briefkasten durch das Quartier, trägt positive Post aus und sammelt durch ihre kontaktfreudige Art (Lebens-)geschichten in Form von Briefen oder Gesprächen ein. Diese Geschichten werden aufbereitet und auf Festivals oder bei anderen Events von Paula selbst oder gemeinsam mit den Anwohner*innen präsentiert.

Eine kurzweilige Aktion für zwischendurch. Ausgestattet mit einer Kamera stellt sich ein*e Stadtteilinteressierte*r eine Stunde lang an einen zentralen, viel frequentierten Ort im Quartier und spricht Passant*innen an. Mit ein wenig Neugier und Redegewandtheit kommen sie ins Gespräch mit Menschen, die zwar fremd sind und doch eine Sache gemeinsam haben: ihren Stadtteil. Die Interviewer*in und Fotograf*in können ein und dieselbe Person sein, sofern sie sich dies zutraut. Diese Person erklärt den Rahmen der Aktion und versucht die Passant*in für ein Foto zu gewinnen.

Optional kann ein verbindender, multifunktionaler Gegenstand (z.B. ein Regenschirm) für die Fotos verwendet werden, das kann den Portraitierten helfen eine angenehme Pose zu finden und schafft zugleich ein verbindendes Element auf den Fotografien. Für eine einfachere Corona-gerechte Durchführung kann dieses Element auch etwa eine Bank oder Ähnliches sein. Die Fotos werden gesammelt und können in einem Mosaik der Begegnungen veröffentlicht werden.

Byzantic-Mosaiksteine sind leicht und universell einsetzbar. Sie bestehen aus einem Spezialton und können deshalb mit einer normalen Haushaltsschere und Kleber auf unterschiedlichem Material verarbeitet werden. Das macht sie auch für Ungeübte gut anwendbar, denn im Gegensatz zu herkömmlichen Mosaik-Steinen benötigt man weder Spezialwerkzeug noch Vorkenntnisse

Ein kleinformatiges Festival im Quartier. An Plätzen oder in den Straßen finden kleine Acts und Aktionen statt:  Konzerte von lokalen Musiker*innen, ein Nachbarschaftspicknick, verschiedene Kunstangebote für Kinder und Workshops für Erwachsene. Es entstehen Räume für Begegnungen zwischen den Anwohner*innen und eine positive Verbundenheit mit dem Bezirk. Das Festival strahlt über den Stadtteil hinaus.

Eine Person geht mit einem Aufnahmegerät durch den Bezirk und spricht Passant*innen an: „Haben Sie Lust mir eine Geschichte zu erzählen?“ Wer Interesse hat, kann sich vorher ein bis zwei kurze Geschichten von anderen Bewohner*innen des Bezirks anhören, als Anregung und Inspiration. Anschließend kann die eigene Geschichte erzählt werden und wird per Aufnahmegerät mitgeschnitten. Diese Geschichte wird weitergetragen zu anderen Passant*innen – so vermehren sich die Geschichten Stück für Stück. Beim Geschichtentausch entsteht ein Dialog mit den Menschen aus dem Quartier. Die Offenheit der Anwohner*innen ermutigt wieder andere sich ebenfalls am Dialog zu beteiligen.

Ein Ausschnitt einer jeden Geschichte wird auf der Webseite veröffentlicht. So entsteht eine Art Podcast-Reihe, die eine große Auswahl von Geschichten über Erfahrungen, den Bezirk, Lebensgefühle und andere Themen beinhaltet. Diese Podcast-Reihe bildet die Vielfalt der Stadtteilbewohner*innen ab – und somit auch die Vielfalt an Wünschen, Sorgen, Aktivitäten und Meinungen.

Hier geht es zum Geschichtentausch-Podcast des TPZ Hildesheim

Um in der Zeit des Lockdowns und darüber hinaus Nachbar*innen analog zu Hause zu erreichen, werden Bastelsets an alle Interessierten zur Verfügung gestellt. Diese Bastelsets beinhalten neben dem benötigten Arbeitsmaterial eine leicht verständliche und bebilderte Bastelanleitung. So können die Anwohner*innen auch zu Zeiten, in denen Kurse und Workshops aufgrund der Corona-Maßnahmen nicht angeboten werden können, an Kunst teilhaben und sich im heimischen Wohnzimmer selbst kreativ ausprobieren.

 

Die Anwohner*innen werden per Postkarten mit frankierter Antwortmöglichkeit zur Teilnahme an der Bastelaktion eingeladen und diese in die Briefkästen im Quartier eingeworfen. Interessierte können ankreuzen, welches Bastelset sie zu Hause ausprobieren möchten und können zudem angeben, ob sie über einen DVD-Player verfügen. Auf diese Weise wird die Teilhabe niedrigschwellig gestaltet und auch Bürger*innen ohne Internetzugang erreicht.

 

Bei der Auswahl der „Basteltipps“ wird darauf geachtet, dass die Kunstwerke in wenigen, leicht zu beschreibenden Schritten zu Hause gebastelt werden können und das benötigte Material überschaubar bleibt. Neben den Bastelanleitungen hält jede/r Künstler*in ein Video-Tutorial bereit, dass die einzelnen Schritte erklärt und bei den Bastelsets als DVD mitgesendet werden kann. Die Bastelsets können im Anschluss per Post an alle Interessierten versendet und, sofern ein DVD-Player verfügbar ist, noch die DVD beigefügt werden.

In Zeiten des Lockdowns ist es für Einrichtungen der Stadtteilarbeit herausfordernd, mit den Anwohner*innen in Kontakt zu bleiben oder überhaupt erst in einen Austausch mit ihnen zu treten. Ein guter Weg ist es, Nachbar*innen dazu aufzurufen, ihre Eindrücke, Gedanken, Stimmungen zur und über die Pandemie-Zeit einzureichen. Das eingereichte Material kann dabei vielfältig sein und von Texten über Fotos und Zeichnungen zu von der Nachbarschaft selbst gedrehten Videos reichen. Aus den Einsendungen kann ein Gesamtkunstwerk entstehen, das als eine Art „Corona-Tagebuch“ die Pandemie mitsamt der damit einhergehenden Umwälzungen auf künstlerische Art und Weise portraitiert. Dieses Gesamtkunstwerk wiederum kann multimedial aufbereitet und weiterverwertet werden: als Buch, Ausstellung im öffentlichen Raum etc.

 

Zudem kann es – soweit es die Corona-Bedingungen zulassen – fruchtbar und lohnend sein, gemeinsam mit den Anwohner*innen zusätzlich in analoger Form an dem Gesamtkunstwerk zu arbeiten. So können sich auch Nachbar*innen, die nicht auf digitalem Weg erreicht werden, am Projekt beteiligen. Durch die Verquickung von digitaler und analoger Methodik können überdies vielfältige Ergebnisse erzielt werden, die multimedial aufbereitet werden können. Beispielsweise können gemeinsam mit den Anwohner*innen Fotoshootings durchgeführt werden, die auf großformatigen Plakaten zu Collagen zusammengeführt und im öffentlichen Raum angebracht werden.

 

Die CoronaCollection Mannheim ist mittlerweile erschienen. Das Lookbook könnt ihr HIER herunterladen.