Mut im Revier

© kitev – Kultur im Turm e.V.

kiteIm Fokus steht die nachhaltige und partizipative Stadtentwicklung durch Kunst und Kultur von unten. Ausgehend vom Gebäudeensemble mit dem kitev-Turm und einem 12-stöckigem Hochhaus wirkt das Projekt unter Mitwirkung der Nachbarschaft visuell ins Stadtzentrum hinein. Wünsche und Ideen der Anwohner*innen können bei einem Concierge im Eingangsbereich abgegeben werden. Daraus entstehen gemeinschaftliche, eigeninitiierte und -verantwortete Kunstprojekte, künstlerische Workshops und Seminare, in denen neue Werkzeuge und Methoden erprobt werden.

 

Situation vor Ort

Die Innenstadt von Oberhausen ist strukturschwach und von Abwanderung wohlhabender Bevölkerungsschichten sowie des Einzelhandels betroffen. Zwar gibt es einige interessante Entwicklungen und Neueröffnungen, dennoch prägen zumeist Billigläden und Leerstände das Stadtbild, oft gepaart mit Verwahrlosung und Lieblosigkeit. Das Quartier rund um den Hauptbahnhof weist ein hohes Maß an prekären Lebensbedingungen auf, mittendrin ein Hochhaus, das stadtweit als Problemimmobilie bekannt ist. Multiple Problemkonstellationen führen zu dieser Situation, die öffentliche Stigmatisierung tut ihr Übriges. Im Hochhaus selbst fanden bereits erfolgreiche Aktivitäten partizipativen, künstlerisch-kreativen Miteinanders statt, die auf die Umgebung ausgeweitet werden sollen.

 

Die Idee

„Mut im Quartier“ möchte an bereits in dem Hochhaus – Oberhaus genannt – realisierte Veranstaltungen anknüpfen, diese weiterführen und weitere positive Aktivitäten innerhalb des Oberhauses sowie dessen Umgebung umsetzen. Beispiele dafür sind die Refugees’ Kitchen, das Kunstprojekt „Freie Universität Oberhausen“ sowie gemeinschaftliche Renovierungen einiger Wohnungen und des Ladenlokals im Erdgeschoss des Hochhauses, in dem mittlerweile regelmäßig Veranstaltungen stattfinden. In der Vergangenheit hat kitev auch verschiedene Projekte der künstlerischen „Stadtreparatur“ in Angriff genommen. Dabei wurden beispielsweise die Uhren des Hauptbahnhofs künstlerisch instandgesetzt und ein Leucht-Schriftzug im öffentlichen Raum gemeinschaftlich repariert.

Vor allem aber sollen weitere Ideen umgesetzt werden. Die Wünsche der Bewohner*innen werden mithilfe einer künstlerischen Bedarfsanalyse ermittelt. Im Eingangsbereich des Hochhauses wird in Kooperation mit dem Eigentümer eine sogenannte Concierge-Stelle geschaffen. Dort können die Bewohner*innen des Hochhauses und in einem weiteren Schritt die ganze Nachbarschaft ihre Wünsche und Ideen für das Haus sowie das Quartier abgeben. Die daraus entstehenden Veranstaltungen sollen möglichst viele und unterschiedliche Anwohner*innen zur Mitgestaltung anstiften. Mögliche Beispiele für Aktivitäten sind:

  • Leerstehende Räume sollen zivilgesellschaftlichen Gruppen zur künstlerischen Nutzung überlassen werden.
  • Regelmäßige Vorträge, Spiele-, Diskussions- sowie Kochabende, kleine Konzerte oder Filmvorführungen sollen im Ladenlokal des Hochhauses veranstaltet werden.
  • Es werden bis zu zehn künstlerische Seminare gegründet, in denen zu unterschiedlichen Themen diskutiert und gearbeitet wird. Die Themen und die Ausgestaltung des Seminars bestimmen vorab die Teilnehmenden gemeinsam. Einmal im Monat findet ein Jour fixe mit den Seminarteilnehmer*innen statt.
  • Die Zusammenarbeit mit kulturellen Einrichtungen soll verstärkt werden. Personen, die normalerweise keinen Zugang zu Kultureinrichtungen haben, soll dieser ermöglicht werden.
  • Verschiedene künstlerisch partizipative Aktionen wie Streetart, Urban Gardening oder Lichtinstallationen sollen in Zusammenarbeit mit professionellen Künstler*innen angeboten und so Methoden der Freiraumgestaltung- und -aneignung aufgezeigt werden.
  • Die Aktionen werden mit einer Serie von Kurzfilmen, Kurzdokumentationen sowie einer fotografischen Dokumentation begleitet. Zudem soll es zum Ende jeden Jahres eine Präsentation der Ergebnisse geben.

Diese Aktionen sollen zu einer nachhaltigen und partizipativen Stadtentwicklung durch Kunst und Kultur mit den im Quartier lebenden Menschen führen. Darüber hinaus sollen die Bewohner*innen des Hochhauses ein Zugehörigkeitsgefühl entwickeln. Ziel ist es, nach Wegen zu suchen, die es der Bewohnerschaft ermöglicht, sich selbst kreativ einzubringen und an sozialen und gestalterischen Prozessen in ihrem neuen Lebensumfeld teilzuhaben und sich so in die lokale Gesellschaft zu integrieren.

© kitev – Kultur im Turm e.V.

Kontakt

kitev – Kultur im Turm e.V.

mehr erfahren >>> schließen <<<<

Adresse:

Willy-Brandt-Platz 1, 46045 Oberhausen